Vegane Rohkost “ohne” Zucker für 100 Tage! – Ganz den Moment auskosten! Nichts mehr runterfressen!

Eine weitere Erkenntnis meiner “zuckerlosen” Zeit: Was ich esse ist weniger wichtig, als wie ich esse. Esse ich mit Schuldgefühl, Scham oder sogar Wut auf mich ein Stück Torte, werde ich die Nahrung anders verwerten, als wenn ich die Torte mit Freude, Liebe und Bewusstsein esse. Wenn ich vor dem Essen mir bewusst Zeit nimm fürs Zubereiten und schön Herrichten, dann mich bewusst auf die Vereinigung mit meiner Nahrung einstimme, indem ich diese ansehe, angreife und daran rieche, werde ich ganz andere Qualitäten wahrnehmen und aufnehmen – bevor ich noch etwas im Mund habe.

Die Bedürfnisse nach Freude, In-Verbindung-sein, Liebe kann ich mir so schon erfüllen – ich brauche diese dann nicht mehr mit Essen unterdrücken. Der tiefe Schmerz des Nicht-Geliebt-werden, den ich am 21.Tag beschrieben habe, füge ich mir unbewusst jeden Tag selber zu, wenn ich nebenbei, ohne Aufmerksamkeit für meine Nahrung und unbewusst meine Nahrung in mich hineinschaufle.

Durch meinen eingeschränkten Speiseplan, durch das Weglassen von allem Überflüssigem wird nicht nur mein Körper leichter, entschlackter und auch effektiver in der Nahrungsverwertung. Auch mein Geist ist leichter und klarer – ich spüre, was es mit mir macht, nebenbei ohne wirklichen Hunger z.B. Mandeln zu essen – es macht mich müde und unbewusst. Die vegane Rohkost, die ich esse, ist allerdings nicht so betäubend und schwer, wie die normale Kost, die dazu führt, sich nach dem Essen am liebsten hinlegen zu wollen.

Sodass ich bald wieder am Punkt stehe: Betäube ich mich wieder? Unterdrücke ich mein Bedürfnis nach Liebe, nach Einssein mit Allem, meine Angst vor meiner unendlichen Größe, meine Scham, weil ich glaube nicht perfekt zu sein, meine Schuldgefühle, weil ich anderen und mir weh immer wieder Schmerzen zufüge, mein Wut darüber, dass ich glaube, nicht einfach meiner selbst willen geliebt werden zu können?

Und wieder entscheide ich mich: Nehme ich das Geschenk des Momentes an. Spüre ich meine Sehnsucht nach Liebe, nach meiner Größe, nach In-Verbindung-Sein mit allem? Oder möchte ich dies wieder vergessen, weil es so schmerzt zu glauben, dass ich dies nicht haben kann? Ich habe das Glück, erfahren zu haben und auch immer wieder zu spüren, dass ich (auch) göttlich bin, dass Liebe immer da ist, dass ich “nur” dafür offen sein muss – leer sein muss, dass ich unendlich lieben kann, ohne irgendetwas zu brauchen, dass ich nur den Moment brauche.

Oft entscheide ich mich fürs Betäuben, fürs Ablenken. Auch beim Schreiben dieser Zeilen entdecke ich in mir den Gedanken: “Was werden andere wohl denken, dass ich mich als göttlich bezeichne?” Mancher wird mich vielleicht als blasphemisch bezeichnen, aber gleichzeitig spüre ich tief in mir eine unerschütterliche Gewissheit darüber, dass ich Licht bin.

Und dann entscheide ich mich aber auch immer mehr und öfter für den einzig wahren Genuss – den Moment auszukosten, wie auch immer dieser aussieht und aus meinem Inneren heraus zu handeln.

Ich liebe mich! Ich liebe Dich! (Was ja keinen Unterschied macht – beides bedeutet dasselbe )

Bild: Mein erster Weizengrassaft aus selbst gezogenem Weizengras. Mehr dazu später!