Neid: in 5 Schritten aus dem Neid

In 5 Schritten raus aus dem Neid

Wir kennen wohl alle das Gefühl des Neids: Es entsteht, wenn andere etwas haben, das wir gern hätten. Das kann Neid auf eine Partnerschaft oder eine Arbeitsstelle sein. Neidisch sein kann man auch auf Wohlstand und Erfolg – und auf das Leben eines anderen Menschen insgesamt. Neid entsteht, wenn sich jemand etwas leistet, was ich mir gern leisten würde – oder intellektuell oder physisch etwas zu leisten im Stande ist, was ich gern leisten könnte. Es ist ein Gefühl, dessen man sich oft nur schwer erwehren kann – eben weil es vor allem aus dem Unterbewusstsein kommt. Und es ist ein schmerzhaftes Gefühl. Denn es symbolisiert einen Verlust beziehungsweise ein Defizit – etwas, das in meinem Leben fehlt und dessen Fehlen mir in dem Moment besonders schmerzhaft vor Augen geführt wird, wenn ein anderer es hat.

Wir alle kennen dieses Gefühl – und wir alle hassen es. Deshalb ist es wichtig, Strategien zu kennen, um sich von diesem Gefühl zu befreien. Und um die darin investierte Energie für etwas Positives einzusetzen, das dich voran bringt. Wir haben aus diesem Grund einen Ratgeber zusammengestellt, wie du in fünf Schritten ganz gezielt den Weg aus diesem bedrückenden und negativ auf Psyche und Körper wirkenden Gefühl des Neids finden kannst.

Schritt 1: Gestehe den Schmerz ein

Neid ist ja generell negativ besetzt. Deshalb gibt es kaum ein Mensch gern offen und unumwunden zu, wenn er auf etwas oder jemanden neidisch ist. Der erste Schritt, sich von der psychischen Belastung, die durch Neid entsteht, zu befreien, ist jedoch genau diese Konfrontation: Sei dir selbst gegenüber schonungslos ehrlich und gestehe dir das Gefühl des Schmerzes ein, das der Neid in dir hervorruft. Erlaube es diesem oftmals unterdrückten Gefühl, ganz bewusst, zu wirken. Es geht an dieser Stelle einfach nur darum, dir bewusst zu machen: „Da ist ein Schmerz.“ Vielleicht spürst du diesen Schmerz auch an einer bestimmten Stelle deines Körpers. Wie so viele negative Empfindungen, schlägt sich beispielsweise auch Neid oft in Magenbeschwerden, Herzschmerz oder Kopfweh nieder.

Im ersten Schritt gilt es also, bewusst Kontakt aufzunehmen zu deinem Körper und den Schmerz ganz gezielt zu empfinden. Das macht das Problem „Neid“ für dich auf einmal greifbar – und damit beherrschbar. Denn im zweiten Schritt nimmst du dem Schmerz seine Grundlage.

Schritt 2: Trenne Illusion von Realität und erkenne dein kreatives Potenzial

Hast du das Gefühl des durch Neid entstandenen Schmerzes erst einmal bewusst zugelassen, folgt der heilsame Realitätsschock: Mach dir bewusst, dass das Idealbild, dem du nachjagst, eine Illusion ist. Denn Neid bezieht sich immer auf die Fassade, auf das, was man von außen über den Erfolg, Reichtum oder auch die Partnerschaft eines Menschen wahrnehmen kann. Damit ist seine Basis genauso oberflächlich und unrealistisch wie die Cover-Fotos auf Hochglanzmagazinen: Du kennst nur den Ausschnitt, die Momentaufnahme von einem Menschen. Und auf diesen kurzen Schattenriss aus seinem Leben bist du neidisch. Doch ebenso wie das Modell von der Titelseite nicht nur mit Photoshop geschönt wurde, sondern sich im Leben wahrscheinlich eine Menge Schönes verkneifen muss, um den perfekten Körper zu haben, kennst du die Realität hinter den Erfolgsstories nicht, die deinen Neid hervorrufen.

Du weißt nicht, mit welchen Opfern ein Erfolg für den Betreffenden vielleicht verbunden war. Du kennst die Konflikte nicht, die sich in trauter Zweisamkeit in der Beziehung des Paares einstellen, auf dessen nach außen so harmonisch wirkende Beziehung du neidisch bist. Du kannst nicht in das Innenleben des so selbstsicher auftretenden Vorbild-Charakters blicken und hast deshalb keine Ahnung von seinen inneren Selbstzweifeln, die er durch sein übertriebenes Selbstbewusstsein zu überspielen versucht. Der Faktor, auf den du Neid empfindest, ist in der Regel also ein Phantasiegebilde, das in den seltensten Fällen wirklich ohne Schattenseiten zutrifft.

Du solltest dir im zweiten Schritt auf dem Weg raus aus dem Neid deshalb ganz bewusst sagen: „Die ist nur eine Illusion. Sie hält der Realität nicht stand. Und rechtfertigt es deshalb keinesfalls, darüber Schmerz zu empfinden.“ Und du solltest dir bewusst machen, dass all die Illusionen, mit denen du dir das perfekte Leben der anderen in den schillerndsten Farben und Details ausgemalt hast, für ein enormes kreatives Potenzial stehen. Ein Potenzial, das in dir schlummert – und das sicher für sehr viel bessere Dinge genutzt werden kann, als für neidvolle Illusionen.

Schritt 3: Nimm den Schmerz als Chance wahr

Gefühle sind immer auch ein Tor zum eigenen Unterbewusstsein. Und schmerzhafte Gefühle haben ein ganz besonders großes Potenzial, dich zu tieferen Erkenntnissen über dich selbst zu führen. Du musst nur den Mut haben, ihnen zu folgen – auch wenn es im ersten Moment angenehmer erscheint, sie einfach zur Seite zu schieben. Du kannst deshalb den durch Neid entstandenen Schmerz positiv nutzen, um mehr über dich selbst zu erfahren. Denn die Dinge, auf die du neidisch bist, sind weniger eine Aussage über diejenigen, auf die du Neid empfindest. Sie geben dir vielmehr sehr genau Auskunft darüber, wo deine eigenen Sehnsüchte und Bedürfnisse liegen. Sie können dir zeigen, wo du dich gern hin entwickeln würdest. Deshalb ist Neid auch immer eine Chance – und ein Signal an dich selbst, den nächsten Schritt zu wagen. Oft bedeutet das, offen für etwas Neues zu sein – und aktiv an dessen Erreichen zu arbeiten.

Du bist also vom Eingeständnis des Schmerzgefühls über die Relativierung deiner Illusion bis hin zur Selbsterkenntnis über deine eigenen Bedürfnisse gekommen. Was nun folgt, ist fast zwangsläufig ein gewisses Angstgefühl – ein Gefühl, das du im vierten Schritt ganz bewusst adressieren solltest.

Schritt 4: Gestehe dir die Angst vor deiner eigenen Größe ein

Der Ursprung des Neids liegt häufig in der Angst, eigene einschneidende Entscheidungen treffen zu müssen. Denn es ist deutlich einfacher, über das eigene Dasein und dessen Defizite zu klagen und andere um ihr vermeintlich perfektes Leben zu beneiden, als tatsächlich den Sprung in etwas Neues zu wagen. Wenn du dir diese Angst jedoch bewusst machst und dich nicht länger hinter dem Neid versteckst, erkennst du deine eigenen Potenziale auf einmal sehr deutlich. Das bedeutet natürlich auch, dass mit dem Umsetzen dieser Potenziale nicht nur Positives verbunden sein wird – und genau darin liegt ja die Ursache für die Angst vor der eigenen Größe beziehungsweise der eigenen Courage. Denn Selbstverwirklichung und das Gehen eines neuen Weges ist immer auch mit Verlust und somit mit Schmerz verbunden: vom Abschied von geliebten Menschen bis hin zum Abschied von eingefahrenen, sicheren Routinen.

Schritt 5: Nutze dein kreatives Potenzial bewusst

Nachdem das Ergründen deiner Neid-Gefühle dich auf den Weg zur Erkenntnis deiner eigenen kreativen Potenziale geführt hat, solltest du im fünften Schritt diese Potenziale ganz bewusst für dein eigenes Vorankommen nutzen. Versuche dir zum Beispiel, deine größte Vision oder Wunschvorstellung zu visualisieren oder anders zu verdeutlichen – ob als Text, Bild oder auch als Sprachnachricht an dich selbst. Manchmal reicht auch nur ein einziges Wort, um auf den Punkt zu bringen, wo dein größter Wunsch oder deine Vision für deine persönliche Weiterentwicklung liegt.

Das kann durchaus überraschend sein. Deshalb solltest du auch bereit sein, dich von dir selbst überraschen zu lassen. Und das Ergebnis dieses kreativen Anstoßes musst du nicht sofort in bekannte Kategorien einordnen oder rational beurteilen können – ein absolut freies Brainstorming mit dir als Dreh- und Angelpunkt ist ideal, um wirklich zu ergründen, wo deine tiefsten Wünsche liegen. Wenn du erst einmal diese klare Vision hast, kannst du den Planungs- und Analysemodus wieder einschalten – und durchdenken, auf welche Weise und mit welchen Wegen sich diese Wünsche erfüllen lassen. Das kann ein Coaching sein oder auch ein Gespräch mit dem besten Freund oder engstem Vertrauten. Auf diese Weise kann sich aus schmerzvollem, negativ besetztem Neid der Anstoß für eine positive persönliche Entwicklung für dich ergeben.#

In 5 Schritten nachhaltige Entscheidungen treffen

Bestimmt kennst du die Situation, in einer Entscheidungsfindung festzustecken: Oft gibt es einfach zu viele Möglichkeiten, zu viele Unsicherheiten – und die Auswahl fällt schwer, weil du selbst keine Ahnung hast, was nun das Beste für dich wäre. Das Gefühl „Ich kann mich nicht entscheiden“ kann regelrecht lähmend auf Körper und Geist wirken. Ratschläge von anderen helfen auch nur bedingt – oft rät dir der eine das und der nächste genau das Gegenteil. Deshalb möchte ich dir an dieser Stelle fünf Schritte aufzeigen, wie du eine nachhaltige Entscheidung treffen kannst, mit der du dauerhaft dein Ziel verfolgen kannst. Besonders für Entscheidungen, die deinem Leben eine neue Richtung geben und sich auf alle Aspekte deines Lebens auswirken, ist dieser bewusste Entscheidungsfindungsprozess extrem wichtig.

1. Sortiere deine Gefühle und gib dem Konflikt Raum

Entscheidungsfindung bedeutet immer Konflikt: ein vor allem auf widerstreitenden Gefühlen basierender Konflikt, der deine Gedanken ständig im Kreis herum führt und eine Lösung in weite Ferne rückt. Du stehst verzweifelt vor der Frage: „Was soll ich machen?“

Im ersten Schritt ist es deshalb wichtig, all deine Gefühle zu erspüren, die du hinsichtlich der Entscheidung hast. Dabei geht es nicht um Fakten und rationale Pro- und Contra-Argumente, sondern ausschließlich um emotionale Aspekte. Setz dich also hin, und spüre bewusst den Kampf in dir, den die Entscheidungsfrage auslöst. Und gib den Reaktionen deines Körpers dabei Raum. Wenn Enge da ist, lass es eng werden. Wenn Schwere da ist, lass es schwer werden. Gib der Richtung, die diese Energie in dir hat, einfach Raum. Nur so kannst du deinen Gefühlen in diesem Konflikt auf den Grund gehen. Dafür solltest du dir mindestens 15 Minuten Zeit nehmen. Gerade bei großen, lebensverändernden Entscheidungen wirst du sogar deutlich länger benötigen. Doch das Ergebnis ist die Anstrengung wert: Das bewusste Erspüren deiner Gefühle und Reaktionen wird dich zu einer Entspannung, einer Ruhe führen. Und in dieser Ruhe kannst du viel besser und Impulse wahrnehmen und Entscheidungen treffen.

2. Folge deinem Impuls

Wenn du durch das bewusste Erspüren deiner Emotionen zu dem Entscheidungs-Konflikt einen Zustand der Ruhe erreicht hast, ist der Moment gekommen, nach einer Lösung zu suchen. Die liegt ganz oft in Impulsen, die durch die Konzentration auf die Gefühlsebene deutlich zutage treten. Es kann sogar schon der erste Impuls sein, der die richtige Antwort darstellt. Denn dein Bewusstsein geht von der Analyse der Gefühle schon automatisch zur Lösungssuche über. „Was soll ich tun?“ – Diese Frage beantwortet sich mit etwas Glück schon an dieser Stelle. Die Antwort mag nicht immer eine Entscheidung sein, mit der du dich rundum wohl fühlst. Oft sind Entscheidungen auch mit Unangenehmem verbunden. Ängste wie „das kann ich nicht“, „das schaffe ich nicht“ oder „damit mache ich mit lächerlich“ sind dabei besonders häufig. Auch darauf solltest du achten: Welcher Gedanke folgt direkt auf den ersten Impuls?

Falls du deinem ersten Impuls nicht wirklich vertraust, kannst du dir eine Entscheidungshilfe holen: Schreibe die drei wichtigsten Entscheidungsmöglichkeiten oder Alternativen jeweils auf einen Zettel. Du kannst auch einen vierten Zettel mit einem Fragezeichen hinzufügen. Das heißt: Drei der möglichen Entscheidungen kennst du, eine kennst du noch nicht. Lege die Zettel vor dir aus. Dann schaust du jeden der Zettel bewusst an und machst dir klar, was konkret damit verbunden wäre: Konsequenzen, Gefühle und Fakten. Anschließend schließt du die Augen und stellst fest, zu welchem der Zettel es deinen Körper hinzieht. Vielleicht wandert auch dein Blick beim Betrachten immer wieder zu einem bestimmten Entscheidungsweg. Und wenn es dich eher zum Fragezeichen hinzieht, heißt das, dass dich keine der bisherigen Alternativen wirklich überzeugt.Dann wirf die drei anderen Zettel weg und überlege, welchen weiteren Weg es für deine Entscheidung geben könnte.

3. Erspüre deine Gefühle zu dem Impuls

Das Ergebnis von Schritt 2 ist also entweder ein klarer Entscheidungsimpuls für eine bestimmte Alternative oder der Impuls, nach neuen Alternativen zu suchen. In jedem Fall solltest du dich im dritten Schritt wieder auf das Erspüren deiner Gefühle konzentrieren: Was löst der Impuls in dir aus? – Aufregung, Angst, vielleicht sogar unbändige Freude? Auch Abschiedsschmerz stellt sich an dieser Stelle oft ein, denn Entscheidungen bedeuten oft auch den Abschied von gewissen Dingen, Beziehungen, Situationen oder Emotionen.

An diesem Punkt ist es wichtig, die Gefühle, die der Entscheidungsimpuls in dir auslöst, bewusst anzuerkennen. Tust du das nicht, werden dich diese Emotionen immer wieder einholen. Nimm dir also an dieser Stelle wieder mindestens eine Viertelstunde Zeit und fühle, was in deinem Körper aufgrund des Impulses emotional passiert. Aus Erfahrung kann ich dir sagen: Die in solchen Momenten typische Angst und Aufregung ist nichts weiter als Lebendigkeit! Spüre den Gefühlen bewusst nach und stelle fest, ob die Angst nicht tatsächlich Neugier und ein gewisses überwältigendes „WOW“-Gefühl ist. Und auch Schmerz muss nicht negativ sein: Er steht oft für Liebe. Liebe zu dem, was bis jetzt war – und Wertschätzung, für etwas, das du hattest und jetzt loslässt.

4. Sag „ja“

Wenn du an diesem Punkt angekommen bist, an dem du einen klaren Impuls verspürst und auch die damit verbundenen Gefühle anerkennst – dann ist es Zeit, „ja“ zu sagen. An diesem Punkt triffst du die Entscheidung, du legst dich fest: „Ich gehe diesen Weg. Kompromisslos.“

Kompromisslos heißt, den Weg in jedem Fall zu gehen – auch wenn Gefühle wie Angst oder Unsicherheit dagegen sprechen. Oder wenn der Weg Unbequemlichkeiten und Anstrengungen bedeutet, die du ohne diese Entscheidung nicht hättest. Wenn du erkannt hast, dass dies der richtige Weg für dich ist, darfst du dich auch von solchen Gefühlen nicht davon abhalten lassen, ihn zu gehen. Bist du dir darüber bewusst, haben auch innere Ausreden keine Chance mehr, die in vielen Fällen dafür sorgen, dass man einen bestimmten Weg aufgibt.Sei dir bewusst: Selbstverwirklichung ist oft mit Widerstand verbunden, innerlichem und äußerlichem. Doch wenn das Ziel klar genug und stark genug ist, können dich diese Widerstände nicht von deinem Weg abbringen.

5. Lass dich unterstützen

Hast du die richtige Entscheidung erkannt und die damit verbundenen Gefühle bewusst anerkannt, gehst du den entscheidenden Schritt: die Umsetzung. Dieser Schritt, der eine im Kopf gefällte Entscheidung greifbare Realität werden lässt, ist für viele Menschen der schwerste. Deshalb solltest du dir bewusst sein: Du musst deinen Weg nicht alleine gehen. Es gibt für alle Arten von Wegen und persönlicher Weiterentwicklung Unterstützung. Aber diese Unterstützung musst du dir aktiv holen. Du findest sie wahrscheinlich nicht immer in deinem unmittelbaren Familienumfeld oder Freundes- und Bekanntenkreis.

Deshalb empfehle ich Ratsuchenden an dieser Stelle immer: Suche dir Unterstützung in Sozialen Netzen. Ideal für das erfolgreiche Begehen deines Weges ist es, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die auf dem gleichen Weg sind. Und die findest du zu so ziemlich jedem denkbaren Thema im Internet. Suche dir Communities, in denen Gleichgesinnte sich über digitale und oftmals auch persönliche Kommunikationswege gegenseitig unterstützen. Allein bei Facebook findest du Gruppen zu allen denkbaren Themen – von Scheidung bis Abnehmen. Suche dir also bewusst Menschen, die das gleiche Problem oder die gleiche Herausforderung haben, wie du, und dafür die gleiche Entscheidung getroffen haben.

Eine wichtige Unterstützung kann auch ein Coach liefern. Wichtig ist dabei Authentizität: Der Coach, der dich auf deinem Weg begleiten und führen soll, sollte diesen Weg selbst bereits erfolgreich gegangen sein. Und er sollte auch anderen bereits nachweislich erfolgreich dabei geholfen haben, den gleichen Weg zu gehen. Anhand dieser beiden Kriterien wirst du den für dich optimal geeigneten Coach als Unterstützung auf deinem Weg finden.

Beruf als Berufung: 5 Schritte, um Deine authentische Kraft im Beruf zu leben

Gastbeitrag von Peter Matthies & Klemens Höppner

Im Dezember 2002 saß Peter in seinem Büro in München und schaute aus dem großen Fenster die Maximilianstraße hinunter. Er hatte das erreicht, was uns eigentlich zufrieden machen sollte.

Ansehen, Titel, Geld, und mehr. Doch im Inneren spürte er erneut die tiefe Unzufriedenheit, die ihn schon seit Jahren ein steter Wegbegleiter war. Wieder kam ihm die Frage: „Gibt es nicht eine bessere Art und Weise zu arbeiten?“ Eine Art und Weise, in der wir uns nicht ständig abhetzen müssen, sondern wo wir beruflichen Erfolg mit Freude, Balance und Erfüllung verbinden können?

Einige Jahre später fand Klemens sich in einer ähnlichen Situation saß n seinem Büro einer Großbank. Nach einem Burnout stellte er sich die Frage: „Wie kann ich einer Arbeit nachgehen, die mich erfüllt? In der ich Freude habe, und in der mein Leben in Balance ist?“

Je mehr beide – unabhängig voneinander – mit Menschen sprachen, desto klarer wurde es, dass ein Großteil von uns auf der Suche nach eineren besseren Art zu arbeiten ist. Laut Gallup sind bis zu 80% unserer Bevölkerung bereit, Ihren Job zu schmeißen, wenn – ja wenn wir unseren Lebensunterhalt nur auf eine bessere Weise verdienen könnten.

Unser derzeitiges Erfolgsmodell: Rezept für Unzufriedenheit

Unser Erfolgsmodell ist defekt. Die Art und Weise, wie wir in unserer Gesellschaft aufwachsen und erzogen werden – wie in der Sparkassenwerbung mehr tun, mehr Titel, Ansehen oder materielle Güter ansammeln, damit wir als Resultat etwas werden, etwas bedeuten – ist der Grund für unsere Unzufriedenheit.

Die Dinge, die wir uns im Leben wirklich wünschen – zum Beispiel Freiheit, mehr Leichtigkeit, Balance, oder einen tieferen Sinn in unserer Tätigkeit – werden in diesem Erfolgsmodell nicht berücksichtigt. Wir müssen unser Erfolgsmodell grundlegend überdenken, wenn wir wirklichen, nachhaltigen Erfolg in unserem Leben schaffen möchten.

Um nachhaltig, erfüllenden Erfolg zu schaffen, brauchen wir ein Erfolgsmodell, in dem wir aus unserer authentische Kraft schöpfen und die Dinge (die „Essenzen“), die uns wirklich wichtig sind, erschaffen. Stellt sich nur die Frage: Was ist unsere authentische Kraft? Und was sind unsere Essenzen, die uns wirklich antreiben? (In unserem Bonusmaterial findet Ihr sowohl mehr über das neue Erfolgsmodell als auch einen Hinweis auf unseren Ausdruck der authentischen Kraft).

5 Schritte zu Deiner authentischen Kraft

In unserer Arbeit mit Unternehmen, Führungskräften, Mitarbeitern und Selbständigen haben wir im Laufe der vergangenen 12 Jahre die folgenden 5 Schritte entwickelt, die wichtig sind, damit wir unsere authentische Kraft ausdrücken können.

Dabei haben wir immer wieder beobachtet, dass diese 5 Schritte wie eine Kette sind: Das schwächste Glied bestimmt die Stärke der Kette.
Im Folgenden findet Ihr eine Übersicht der 5 Schritte, über die wir in unseren Interviews im MindHeart Business Kongress noch konkreter sprechen.

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Schritt 1: Wir sind Teil eines Größeren

Dieser Schritt ist ein grundlegender Wandel in der Art und Weise, wie wir die Welt sehen. Wir treffen die Wahl in unserem Kopf – direkt zwischen unseren Ohren: Entweder wir sind alleine unterwegs und müssen für uns selbst kämpfen, oder wir sehen uns als Teil eines größeren Ganzen.

Diese spirituelle Perspektive und Erfahrung verändert alles. Warum? Weil es plötzlich ein größeres Bild gibt, in dem wir agieren. Ein Bild, in dem wir mit allen Menschen und Dingen auf unserer Erde verbunden sind und in Bezug stehen. Und weil sogar Fehlschläge und Schwierigkeiten in diesem größeren Bild Sinn machen. Mit diesem Perspektivwandel können wir also endlich etwas durchatmen.

Ist diese Perspektive real? Wir beide haben die Erfahrung gemacht, erlebt, dass sie tatsächlich unsere Realität ist. Aber selbst wenn wir es nicht wissen: Wir haben die Wahl mit welcher Perspektive wir unser Leben gestalten wollen. Die Wahl treffen wir zwischen unseren Ohren.

Schritt 2: Deine Authentizität ist die Basis Deines Erfolgs

Wir können nur wirklichen Erfolg erzielen, wenn wir authentisch sind. In dem Moment, in dem wir nicht authentisch sind, beginnen wir unser Umfeld zu manipulieren. Wir verstellen entweder uns selbst oder wir versuchen Druck auf andere auszuüben, um ein Resultat zu erzielen (zum Beispiel: nicht abgelehnt zu werden). Bottom-Line: Wann auch immer wir aus unserer authentischen Kraft gehen, verursachen wir Reibung, und damit distress für uns selbst oder für unsere Umgebung.

Schritt 3: Ausdruck Deines persönlichen Talents und Deines „Purpose“

Wir alle haben ein persönliches Talent, bei dem sich Arbeit nicht mehr wie „Arbeit“ anfühlt. Wenn wir uns dieses Talents bewußt werden, fängt unsere Arbeit an zu fließen. Haben wir dann noch einen klaren „Purpose“ – einen höheren Sinn – dem wir unsere Arbeit unterordnen, wird Dein Beruf zur Berufung.
Schritt 1-3 sind das, was Ken Wilber „Spirituelles Wachstum“ nennt. Das Wachsen als spirituelle Persönlichkeit in einer physischen Welt. Viele von uns hören hier auf und denken: „Toll, jetzt wird alles gut,“ vergessen dabei aber Schritt 4 und 5. Das, was Ken Wilber als „Growing Up“ oder „Erwachsen Werden“ bezeichnet.

Schritt 4: Der Grund für Stress und Ringen

Nachdem wir wissen, was unsere Authentizität bedeutet, müssen wir einen Blick darauf werfen, was uns im Alltag davon abhält: Wir nennen dieses unsere „Out-of-Power“-Verhaltensweisen, also die Zustände, in denen wir aus Angst, beziehungsweise Verletztheit agieren oder unsere Umwelt manipulieren wollen. erst wenn wir uns unserer Out-of-Power-Verhaltensweisen bewußt werden, können wir positivere Entscheidungen treffen. Dieser Schritt erfordert – wie schon Schritt 1 – dass wir eine fundamental andere Perspektive über die Welt einnehmen. Anstatt einer Perspektive von „Mangel“ oder „es ist nicht genug“ eine Perspektive von „Vielfalt“ oder „es gibt genug“.

Schritt 5: Emotionale Resilienz und Disziplin

Ein Freund, der lange Jahre als Mönch gelebt hat, sagte einmal: „Die wichtigsten Eigenschaften, um in unserer Kraft zu bleiben, sind Resilienz und Disziplin.“ Disziplin, um nicht bei jeder Situation emotional zu reagieren, und Resilienz, um bei emotionalen Situationen wieder in unsere Mitte zu kommen. Diese Fähigkeiten erlauben uns, in unserer authentischen Kraft zu leben, oder zu ihr zurückzukehren, wenn es einmal bunt zugeht.

Wenn wir diese 5 Schritte im Blick behalten, wachsen wir als Menschen – für uns selbst und damit auch in unserer Verbindung miteinander. Wir hoffen, dass diese Schritte auch Euch dabei unterstützen, Eure authentische Kraft zu leben.

Über die Autoren

Peter Matthies / Klemens Höppner

„Unser Erfolg hört da auf, wo wir aufgehört haben zu wachsen.“ Als Unternehmer, TEDx-Speaker, Venture Capitalist, und Gründer des Conscious Business Institutes in Kalifornien vermittelt Peter Matthies neue Führungs- und Erfolgsprinzipien für Menschen und globale Unternehmen, die mit mehr Erfüllung, Balance und Nachhaltigkeit wachsen wollen.

www.consciousbusinessinstitute.com
de.consciousbusinessinstitute.com

Die Interviews mit Peter Matthies und Klemens Höppner sind noch bis 18.2. kostenlos verfügbar!