Beziehung ohne Angst – wie geht das?

By Nicole 1 Jahr agoNo Comments

Hier im Ressort auf Koh Lanta ist es unglaublich entspannend. Hier wird der Kopf frei und das Leben ist leicht. Ich kenne aber auch die andere Seite, wenn alles schwierig ist und die Gefühle einen verzweifeln lassen.

Mir hat eine Frau geschrieben, die sehr verzweifelt ist. Sie hat immer Pech mit Männern. Entweder wird sie nach kurzer Zeit betrogen oder die Beziehungen enden in einem riesen Streit.

Gerade jetzt hat sie einen Mann gefunden, den sie sehr liebt. Sie sind aber noch kein Paar, weil er sich nicht auf sie einlässt und sie hat Angst.

Es herrscht ein großes Hin und Her, eine Situation voller Unklarheit. Es ist nicht einfach, wenn der Partner widersprüchliche Signale aussendet.

Ich habe Angst verlassen zu werden

Sie hat eine große Sehnsucht danach, sich hinzugeben, sich einzulassen auf die Beziehung. Doch sie befürchtet wieder enttäuscht zu werden.

Wird sie wieder verletzt werden? Wird er sie verlassen? Bleibt sie dann wieder allein zurück?

Das sind die Fragen, die sie quälen. Sie lebt ihre Liebe mit angezogener Handbremse und weiß nicht, was sie tun kann.

Wenn alle Strategien scheitern

Diese Frage berührt mich sehr, weil sie ein tiefes Thema berührt: Ohnmacht.

Ich sehe diese Frau in ihrer absoluten Ohnmächtigkeit sich vor Schmerz und Verletzungen zu schützen. Sie versucht alles, um ihrem Schatten, der dunklen Seite, zu entkommen.

Sie hat alle Strategien ausprobiert: abwarten, es genießen und sich öffnen, Nichts tun, sich zurückziehen, den Kontakt abbrechen… Es hat einfach nichts funktioniert!

Der Versuch Schmerz zu vermeiden

Im Gegenteil, alles war verletzend. Alles hat Schmerz verursacht. Es berührt mich sehr zu spüren, wie jemand alles versucht und darum kämpft nicht mehr leiden zu müssen, es aber nicht schafft.

Egal, was versucht und getan wird, es tut weh: Das Warten tut weh. Die Hingabe tut weh, wenn die Verletzung im vielleicht schönsten Moment der totalen Öffnung kommt.

Auch die komplette Abkapselung tut weh: „Alle Männer sind Scheiße. Ich lasse mich auf überhaupt nichts mehr ein!“ Den Schmerz zu unterdrücken verursacht noch mehr Schmerz.

Du verletzt Dich selbst

Was ist das für ein Leben, sich so abzugrenzen von dem Schönen? Damit verletzt Du Dich selbst. Du schneidest Dich ab von der Liebe, die Du fähig bist zu empfinden.

Du erlaubst es Dir nicht zu lieben. Ich spüre diesen Schmerz so stark. Diese Ohnmacht, diese Hilflosigkeit, die damit einher geht.

Den Schmerz der Ausweglosigkeit, die Qual der Strategielosigkeit zu fühlen, das macht Dich erst berührbar. Deine Hilflosigkeit zu spüren, nicht mit heiler Haut davon zu kommen und der Verletzung einfach nicht ausweichen zu können, macht Dich zutiefst menschlich.

Je mehr Du versuchst dem auszuweichen, es zu ignorieren und wegzuschubsen, desto größer wird Deine Not. Sie klebt an Deiner Seite und bohrt sich in Dein Inneres. Sie ist unterdrückt, aber anwesend.

Lebst Du eine Lüge?

Vielleicht spürst Du sie nicht direkt und richtest Dich oberflächlich ganz gut ein:
„Mein Leben ist doch ganz ok. Ich habe vielleicht keine Beziehung, aber ich fühle mich sonst rundherum wohl.“

Doch innen drin, tief in Dir, spricht eine andere Stimme: „Ich bin nicht ganz erfüllt und glücklich.
Ich bin nicht wahr-haftig. Ich fühle mich nicht wirklich lebendig. Ich fühle mich nicht in der Fülle, in meiner wahren Lust und Liebesfähigkeit.“

Und das ist schade. Das tut weh. So wird der Schmerz, der Dich sowieso nie verlässt, wiederum der Schlüssel für das, was Dich in die Freiheit führt.

Dein Schmerz ist der Schlüssel in die Freiheit

Du kannst nicht vor ihm wegrennen. Es ist unmöglich, denn er ist ein Teil von Dir. Wenn Du ihn verdrängst, schneidest Du Dich von Dir selbst ab.

Du hast erkannt, dass alle Strategien zu nichts führen. Du bist ohnmächtig, hilflos, aber dafür offen, einen neuen Weg zu finden, weil bisher alles nicht funktioniert hat.

Das ist gut so. Die Ausweglosigkeit ist gut so.

Du sagst aus tiefstem Herzen: „Ich bin waffenlos. Ich bin ungeschützt. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich möchte aber weiter gehen. Ich habe eine so große Sehnsucht in mir.

Ich will die Liebe leben, einen wundervollen Partner an meiner Seite haben. Ich habe so große Sehnsucht nach Austausch, Offenheit, nach Begegnung, Nähe, Sexualität, und Erfüllung!“

Stell Dich dem Schmerz entgegen

Dieses Verlangen kann so stark werden, dass Du bereit bist neue Wege zu gehen. Du fragst, was Du tun kannst, was Du brauchst, um Dich zu öffnen, um diese Liebe leben zu können.

Das, was Du brauchst, ist die Hingabe an den Schmerz. Nimm ihn an, denn er ist ein Teil von Dir, vor dem Du nicht davonlaufen kannst.

Stell Dich ihm entgegen und sage ihm: „Lieber Schmerz, du bist immer da. Es kann sein, dass ich wieder voll verletzt werde, gerade im schönsten Moment. Es kann alles sein. Aber ich will es mit dir versuchen, denn ohne diese Offenheit, ohne diese Berührbarkeit, macht mein Leben keinen Spaß.“

Du kannst es Dir einreden und glauben Dein Leben in der Hand zu haben mit einem guten Job, guten Freunden und ab und zu vielleicht sogar Sex…Doch ist es das wirklich? Sollte das alles sein, was für Dich möglich ist?

Dein Herz kennt die Wahrheit

Da gibt es doch mehr, da gibt es doch tieferes. Dein Herz weiß das. Öffne Dich Deinem Schmerz!
Wenn Du Dich öffnest, geschehen überraschende Dinge und Begegnngen.

Du wirst andere Arten von Männern anziehen. Männer, die ebenso das Bedürfnis haben tiefer zu gehen. Es werden solche sein, die auch Sehnsucht nach wirklicher Begegnung haben.

Es ist so wichtig Deinen Schmerz vor Deinem Partner zu offenbahren, nur so kann er Dich erkennen und auch anerkennen. Es kann geschehen, dass Deine Gefühle zurück gewiesen werden, dennoch darfst Du Dich nicht vor Dir selber und dem anderen verstecken.

Das ist meine Hauptbotschaft an Dich. Also öffne Dich Deinem Schmerz und nimm ihn an.
Du fragst jetzt sicher:  „Ja wie soll das gehen? Wie soll ich das machen?“

Frage Dich in dem Moment: „Was fühle ich jetzt? Was fühle ich jetzt, wenn ich an meine Situation, an dieses Hin und Her denke? Was macht das mit mir? Was kommen da für Gefühle hoch?“

Du musst Dich entscheiden

Das ist der Weg sich wieder mit seinen Gefühlen auszusöhnen. Das ist eine Möglichkeit sich mit ihnen anzufreunden, ihr Dasein anzuerkennen. Sie zu verleugnen, hieße Dich selbst zu verraten, Deine Lebenskraft zu ersticken und letztlich, Deine Lebendigkeit.

Du musst Dich entscheiden, wie Du leben willst. Willst Du Dich im Griff und unter Kontrolle haben? Willst Du taktieren und Strategien fahren aber dafür nur halb leben?

Oder willst Du vollkommen und ganz leben? Lebendig und kraftvoll wie ein sprudelnder Quell aber mit dem vollen Risiko, wieder eins rein zu bekommen? Mit der Möglichkeit wieder zutiefst verletzt zu werden?

Denn das kann passieren. Das wird vielleicht auch passieren. Wir wissen es nicht. Aber aus Erfahrung kann ich sagen: Aus den größten Verletzungen, berge ich die größten Schätze.

Raum für Echtheit und Schmerz

Das war so und es ist immer noch so. Es geht immer weiter. Thomas und ich gehen immer tiefer.
Es ist schön, dieses Tiefergehen zuzulassen, weil wir uns auf einer ganz anderen Ebene treffen können.

Wir müssen uns nichts mehr vorspielen und begegnen uns tiefer, echter und wahrhaftiger.

Ich kann so reden und handeln, wie es aus meinem Herzen kommt. Das kann beidseitig auch verletzend sein. Doch dann geht es darum hineinzuspüren, warum mich jetzt etwas verletzt, was vom anderen kommt.

Was triggert mich da jetzt an? Was verletzt mich da so stark? Es geht darum präsent zu sein, im Austausch darüber zu sein, was gerade in mir und im anderen vor sich geht.

Es muss nicht viel getan werden. Der Schmerz muss einen Platz in der Beziehung haben dürfen. Er muss immer da sein dürfen und angenommen sein.

Und dann passiert Freiheit.

Totale Nacktheit vor dem Anderen

Wenn alle Gefühle auch in der Beziehung da sein dürfen, dann ist Deine Freiheit da, wirklich zu tun und zu sagen, was aus Dir kommt, und so zu leben, wie es aus Dir kommt, und Dich nicht mehr verstellen zu müssen.

Das ist wahre Freiheit für mich gerade. Und so bin ich auch dem Thomas total dankbar, dass wir diesen Weg gehen, immer tiefer und tiefer gehen.

Wir entblößen uns immer mehr voreinander und sind oft überrascht von uns selbst und dem anderen. Das macht es immer wieder neu, lebendig und spannend.

Es ist ein gefährlicher Weg, ein Wagnis, ein Abenteuer. Sich vor dem anderen verletzlich zeigen ist nicht immer leicht, aber etwas anderes kommt für uns nicht mehr in Frage.

Wem willst Du folgen?

Willst Du Deiner Sehnsucht folgen, Deinem Herzen? Wem willst Du folgen? Deinem Verlangen nach mehr Leben, mehr Tiefe und mehr Liebe?

Oder willst Du zufrieden sein mit dem was ist und das aufrecht erhalten? Das wäre auch legitim.

Aber Du musst es für Dich klären. Sieh Dir Deine Gefühle an, was macht es mit Dir, keine Beziehung zu haben, ist es wirklich ok? Bist Du dennoch zufrieden? Vielleicht sind es andere Themen, die Du hast?

Geh tiefer und frage Dich, was es wirklich mit Dir macht, keinen Partner zu haben und lüge Dich dabei nicht an. Sei ehrlich und  gestehe Dir Traurigkeit über Deine Einsamkeit ein, wenn sie da ist.

Bleib offen für Dich selbst

Das ist wahre Offenheit und diese Offenheit, die schreist du auch heraus, anstatt Dir eine Schutzschicht zu bauen: „Mir geht es sehr gut alleine und ich bin so glücklich als Single, und ich brauche gar keinen Mann.“

Bleib wirklich offen, halte Dich offen für das Gefühl: „Ja, das wäre doch schön jetzt“.  „Ich bin jetzt gerade in Trauer und es wäre schön jetzt, einen Partner zu haben“.

Halte Dich offen für Deine tiefsten Gefühle und nimm sie an, nimm Dich an!

Ich wünsche Dir alles, alles Liebe und viel Hingabe an den Moment, um zu spüren, was gerade da sein will in Dir.

Deine Katharina

PS

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  Allgemein

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