Gefühle fühlen: Der Weg durch die Hölle

By Nicole 1 Jahr agoNo Comments

Du hast davon gehört, wie wichtig es ist, seine Gefühle wirklich zu spüren. Du willst ganz tief mit Dir selbst in Kontakt sein. Das bereitet Dir aber Schwierigkeiten. So richtig tief fühlt sich nichts an, da ist nur ein ungenauer Brei an Empfindungen.

Uns hat eine Frage erreicht, die sich darum dreht, wie man seine Gefühle tatsächlich spüren kann.

Gestellt hat sie uns eine Frau, die bereits positive Erfahrungen gemacht hat. Sie hat einen Schmerz gefühlt und im Brustraum wahrgenommen. Ist es das, was wir unter Gefühle wirklich fühlen verstehen?

Ist es die körperliche Wahrnehmung des Schmerzes?
Sie fragt auch, wann sie am besten ihre Gefühle fühlen soll. In einer Meditation? Oder in einem Moment, in dem es ihr gut geht und sie sich einfach an die negativen Gefühle erinnert?

Du bist zu erwachsen!

Oder soll sie es dann machen, wenn die Gefühle tatsächlich da sind? Sie fragt weiter, ob es einen idealen Zeitpunkt gibt, um ihre Gefühle wirklich zu spüren?

Ich finde, das ist eine sehr wichtige und schöne Frage. Thomas und ich sagen sehr oft, wie wichtig es ist, die Gefühle zu fühlen. Für die meisten Leute ist das gar nicht so einfach. Viele Menschen haben es schlicht verlernt.

In unserem Alltag, in dem wir so viele Dinge auf einmal managen müssen, sind wir die meiste Zeit in unserem Kopf, statt in unserem Körper. Wir haben uns eine Erwachsenenrolle zugelegt, besonders im beruflichen Umfeld, in dem das Zeigen und Ausleben von Gefühlen irritierend wirkt und fehl am Platz erscheint.

Panik in der Öffentlichkeit

Vor allem in der Öffentlichkeit. Wenn jemand öffentlich weint, oder eine Panikattacke bekommt, in einem Wutanfall ausrastet, irritiert und verunsichert das die anwesenden Menschen. Gefühle werden generell eher mit Kindern in Verbindung gebracht.

Kindern wird es im Idealfall noch zugestanden, ihre Gefühle auch öffentlich auszuleben.

Erwachsene haben sich im Griff zu haben. Doch viele haben bereits eine Kindheit erlebt, in der das Zulassen und Ausleben von Gefühlen nicht erlaubt wurde.

Immer wenn sie auftauchten, wurden sie entweder verharmlost, sofort abgewiegelt oder versucht zu verändern. Da beginnt bereits die eigentliche Unterdrückung. Es bietet sich uns eine große Chance in der Erkenntnis, das uns etwas fehlt.

Wir halten die Gefühle gar nicht aus.

Wir sind zum Beispiel nicht zur vollen Freude fähig. Das erkennen wir, wenn wir merken, dass wir zwar Dankbarkeit und Freude spüren, diese Gefühle aber so überwältigend sind, dass wir es nicht aushalten.

Der Geist begibt sich sofort auf Ablenkungskurs und beschäftigt sich mit nebensächlichen Dingen, wie der To Do Liste für den Tag.

Wir lassen diese Freude, diesen Spaß und die Leichtigkeit oder Dankbarkeit gar nicht zu, wir fühlen sie nicht wirklich. Es ist Angst, die dahinter steckt. Wir wissen einfach nicht, was dann passiert, wenn wir das volle Gefühl ausleben.

Es könnte uns wegblasen, wir könnten explodieren oder an einem negativen Gefühl sterben, am Schmerz  zum Beispiel. Wenn um Gottes Willen, dieser Riesenschmerz tatsächlich hochkommt, oder diese riesige Aggression, diese Wut!

Keine Kontrolle und Zerstörung

Wir fürchten uns vor dem Kontrollverlust, vor der Zerstörung, die wir anrichten könnten, vor der Verletzung, die wir anderen zuzufügen in der Lage wären.

Das ist was unser Verstand daraus macht. Wir spüren ein Gefühl und sofort kommt der Gedanke: Das ist zu heftig, das schaffe ich nicht, das kann ich nicht! Was passiert, wenn ich mich da reinfallen lasse?“

Danach folgen die Angst, die Zweifel und die Sorgen. Und schon bist Du wieder weg von Deiner tatsächlichen Empfindung. Oder Du lenkst Dich, im Falle eines positiven Gefühls, schnell mit anderen Dingen ab, die gerade in Deinem Umfeld passieren.

Das Fühlen hört nicht einfach auf

Vielleicht schreit gerade ein Kind, oder Du hast noch einen Termin und erlaubst Dir nicht, Dir die Zeit zu nehmen für die Freude oder was auch immer für Gefühle gerade anwesend sind.

Hier ist ein Video und ein weiterer Blogartikel, der sich mit dem Erwachen aus dem Schmerz beschäftigt. Du erfährst warum der Schmerz Deine Quelle ist und gleichzeitig Dein Potenzial.

Wie kommst Du nun dazu Deine Gefühle wirklich zu fühlen, vor allem, wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?

Die Antwort ist simpel: Jetzt! Immer dann, wann Du das Gefühl hast. Weil Du ein fühlendes Wesen bist, ist da auch immer ein Gefühl. Wir Menschen sind fühlende Wesen und das Fühlen hört nicht auf, wenn wir erwachsen sind. Wir fühlen immer.

Was fühlst Du? Jetzt!

Eine gute Übung für Dich ist, Dich immer und immer wieder zu fragen: „Was fühle ich jetzt gerade? Ist das Freude? Sind das ganz gemischte Gefühle?“

Vielleicht ist da ein bisschen Unwohlsein. Dann kannst Du nachfragen: Was fühle ich denn, wenn ich mich so unwohl fühle? Eventuell steigt dann eine Trauer hoch, oder ein Schmerz. Aber Du musst es auch gar nicht so genau  benennen.

Es ist zwar gut, klar unterscheiden zu können zwischen eindeutiger Wut und Schmerz. Doch viele kennen sich selbst nicht mehr gut und wissen nicht, wie sich ein Gefühl in der Klarheit anfühlt.

Ist es gut oder schlecht?

Es macht nichts, wenn Dir das schwer fällt. Du kannst einfach beginnen zu fühlen, egal, welchen Namen das Gefühl jetzt hat. Empfinde einfach nach, wie es sich anfühlt. Du kannst vom Groben immer feiner werden. Fühlt es sich gut an, oder nicht, ist da eine Unruhe, ein Unbehagen, kommt da ein Gedanke: „Das halte ich nicht aus“?

Wenn Du geübter bist, wirst Du die Erfahrung machen, dass es Dir hilft tiefer zu gehen und deutlicher zu spüren, wenn Du entspannt bist. Wenn Du Deinen Körper dabei entspannst und nichts willst, dann werden die Gefühle klarer.

Weder willst Du, dass es besser wird, noch dass Du etwas besser kannst oder glücklicher bist oder dann endlich tiefer in Dich hineinfällst. Nein! Du entspannst Dich in das hinein, was ist.

Dein Körper ist Dein Anker

Das beginnt mit dem Körper. Du kannst den Körper als Ankerpunkt nehmen und Dich treiben lassen.

Die Gliedmaßen schwer werden lassen und einfach Deinen Atem wahrnehmen, ohne ihn zu beeinflussen.

Du brauchst keine Atemübungen zu machen oder besonders tief atmen.

Einfach wahrnehmen, was jetzt gerade ist, wie Dein Atem gerade geht. So wie er in diesem Moment geht, ist er genau richtig. Nimm es wahr! Deinen Körper zu fühlen, verankert Dich im Hier und Jetzt.

Dann kannst Du Dich folgendes fragen:

„Ok. Was ist das für ein Gefühl, das gerade da ist?“ Nimm es einfach wahr. Das kann einher gehen mit einer Körperempfindung. Zum Beispiel Schmerz. Aber das Gefühl an sich ist nicht körperlich.

Es ist ein wenig außerhalb des physischen Körpers.

Du stürzt in die Tiefe

Experimentiere, wie es sich verändert, wenn Du das Gefühl so wahrnimmst.

Zieht sich etwas zusammen? Fühlst Du etwas, das in die Tiefe geht, oder etwas, das in die Höhe geht, oder etwas, das sich ausweitet? Das kann ganz unterschiedlich sein.

Der Schlüssel ist, dass Du bei dem, was geschieht, anwesend bleibst. Du bleibst präsent in der körperlichen Empfindung, sei es eine Enge im Brustkörper, die sehr typisch ist, oder an anderen Körperstellen. Bleibe bei diesem Schmerz, bleib aufmerksam und drifte nicht ab.

„Oh Gott, ich muss mich entspannen!“

Es können Gedanken kommen, die Dich ablenken wollen. Sie suggerieren Dir, dass es zu intensiv für Dich wird, dass das so nicht weiter gehen kann. Sei Dir dann bewusst, dass es nur Gedanken sind. Sie bilden bereits einen Widerstand gegen das Gefühl. Sie sind eine Form der Verspannung.

Wenn das passiert, versuche nicht etwas zu ändern. Wenn der Gedanke kommt: „Oh Gott, jetzt muss ich mich wieder entspannen!“, sondern fühle die Verspannung. Fühle diese Enge, lass sie zu. Geh richtig rein, lass Dich in sie reinfallen.

Plötzlich kann es sein, dass es ganz eng wird. Dann kommen existenzielle Ängste: Überlebe ich das? Das fühlt sich an wie sterben. Oder es zieht Dich in die Tiefe oder in einen explosionsartigen Zustand.

Fall in die Unendlichkeit

Meiner Erfahrung nach, ist es meistens ein Schmerz im Brustraum, der spürbar ist. Ein Schmerz, der intensiver wird oder ein Fallen in die Tiefe oder eine Enge, die Dich erfasst. Du hast dabei nichts zu tun. Das passiert von allein.

Was Du zu tun hast, ist lediglich wahrzunehmen, was da geschieht und präsent zu sein mit dem, was passiert. Es kann sein, dass Dein Herzschlag schneller wird, wenn Du in der Angst bist. Es kann sein, dass Du zu schwitzen beginnst, dass Du glaubst, jemanden um Hilfe rufen zu müssen, weil Du keine Luft bekommst.

Es kann sogar sein, dass Du glaubst es nicht zu überleben, weil Du auf einmal tiefer fällst, in die Unendlichkeit hinein. Es können existenzielle Erfahrungen wahrgenommen werden. Auf diese Erfahrungen reagiert der Verstand automatisch mit Gedanken wie: „Das schaffe ich nicht“, „ das überlebe ich nicht“.

Es geschieht etwas…

Es geschieht etwas, wenn Du es schaffst dennoch präsent zu bleiben. Wenn Du es schaffst, anwesend zu bleiben, wenn die Enge Dir zu schaffen macht, wenn Du ins Bodenlose fällst, wenn Du Dich im Unendlichen aufzulösen drohst…

Wenn Du es schaffst ohne Erwartungen zu verharren, Erwartungen daran, dass es besser wird, dass Du etwas geschafft haben wirst, erleuchtet wirst, danach…

Wenn Du es schaffst da zu sein mit der Enge, mit der Bodenlosigkeit, mit dem Sterben letztendlich…

Dann geschieht etwas, das ich jetzt nicht vorweg nehmen will. Es geschieht von selber.

Die Tore öffnen sich

Manche sagen Stille, manche sagen Leere, manche sagen Frieden, völlige Entspannung. Freude, unendliche Weite, leerer Raum, Schmerzlosigkeit. Es geht immer tiefer. Es ist nicht so, dass es einmal geschieht und geschafft werden muss und dann ist es vorbei.

Es geht immer tiefer und ist immer wieder neu. Neue Tore öffnen sich, tieferes Fühlen ereignet sich. Die Gefühle sind unsere Tore zu uns selbst.

Ich wünsche Dir Mut und Freude zu Fühlen.

Deine Katharina.

PS:

Um zu unserem Herzenstraum zu finden, sind Thomas und ich immer wieder tief hinabgetaucht in die Welt unserer Gefühle. Wir haben uns ergreifen und bewegen lassen.

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